Projekt
Das ehemalige, vornehmlich von der Hauptabteilung A, der Spionageabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit, genutzte Verwaltungsgebäude in der Ruschestraße 104 in Berlin, in der internen Gebäudekennzeichnung als Haus15-16 bezeichnet, wurde 1976-79 vom VEB Spezialhochbau Berlin, einem juristisch eigenständigen, dem MfS nachgeordneten Betrieb errichtet.
Der über 13 Geschosse aufragende Baukörper von Haus 15 und Haus 16 erstreckt sich über eine Länge von annähernd 70 Metern entlang der Frankfurter Allee und setzt sich weitere 170 Meter in voller Höhe entlang der Ruschestraße fort, bevor ein lediglich viergeschossiges Bauteil den Anschluss an Haus 18 bildet. Hofseitig ist ein weiterer 13-geschossiger Flügel an den Abschnitt entlang der Ruschestraße angeschlossen. Die regelmäßig durchfensterten, mit besplitteten Fassadenplatten in grauer, roter und schwarzer Farbgebung bekleideten Fassaden werden straßenseitig durch vor die Front gesetzte, sowohl farblich wie gestalterisch abgesetzte Treppenhausrisalite gegliedert und rhythmisiert. In den Innenraumbereichen haben sich trotz erfolgter Umbauten und Instandsetzungen die bauzeitliche Gliederung sowie Oberflächen und Ausbauteile erhalten, die die Gestaltungsabsichten der Planer verdeutlichen.
1990 erfolgte die Rechtsübertragung an die Deutsche Reichsbahn/Deutsche Bahn AG, die den um einen Eingangsvorbau und eine Betriebskantine erweiterten Gebäudekomplex bis zur Veräußerung 2011 an einen privaten Unternehmer als Betriebsgebäude nutzte. 2015-17 wurden Teilbereiche des seit dem Besitzerwechsel leerstehenden Gebäudekomplexes als temporäre Notunterkunft genutzt.
Die nach der 2022 erfolgten Unterschutzstellung beauftragte bauhistorische Dokumentation für das ehemalige Verwaltungsgebäude erfolgte anhand ausgewählter Musterachsen. Auf Grundlage einer umfassenden Quellenrecherche und einer detailgenauen Erfassung der erhaltenen historischen Substanz mit Zuordnung zu den wesentlichen denkmalrelevanten Bau- und Nutzungsphasen stellt die Dokumentation ein wesentliches Instrument für den künftigen denkmalgerechten Umgang dar.
Leistungen
Bauhistorische Dokumentation, erstellt mit der webbasierten Datenbank prodat.dp: Quellen- und Archivalienrecherche, Bestandserfassung, bauhistorische Dokumentation in Raum- und Fassadenbuch, Fotokatalogen, Bauteilkatalogen, Bauphasenkartierung.

